Die Dharmashri Stiftung

Überblick

Die Dharmashri Stiftung wurde von Ihrer Eminenz Jetsün Khandro Rinpoche im Jahr 1997 gegründet. Sie ist ein Zweig von Mindrolling International und wurde nach dem großen Meister Lochen Dharmashri benannt, einer der renommiertesten Gelehrten des Tibetischen Buddhismus.

Die Dharmashri Stiftung hat ihren Sitz in Lotus Garden und wird von Jetsün Dechen Paldrön, der zweiten Tochter von Seiner Heiligkeit Mindrolling Trichen, geleitet. Das Ziel dieser Stiftung ist, die kostbarsten Lehren der Nyingma-Schule zu bewahren und so bestehen ihre Aufgaben darin, Belehrungen und Texte, besonders aus der Mindrolling Linie, zu übersetzen; Belehrungen aufzuzeichnen; Transkripte herzustellen; Archivierung und Ausgabe aller Belehrungen, die von Kyabje Mindrolling Trichen Rinpoche, I.E. Jetsün Khandro Rinpoche und allen Lehrern, die das Lotus Garden Retreat-Zentrum besucht haben, gegeben wurden.

In der Dharmashri Stiftung arbeiten Ordinierte und Laien aus Ost und West Seite an Seite, um das reiche Erbe der Buddhistischen Lehre zu bewahren.

Kurze Biographie von
Lochen Dharmashri (1654 – 1717)

Lochen Dharmashri

Photo Credit: Lochen Dharmashri
© 2009 Mindrolling International  

Lochen Dharmashri wurde in eine Familie (die Nyö Linie) hineingeboren, die eine lange Tradition bedeutender Buddhistischer Lehrer aufwies. Sein Vater Sangdag Thrinley Lhündrub hatte mit mehr als dreißig Lehrern studiert und sein älterer Bruder war der 1.  Mindrolling Trichen Terdag Lingpa, ein großer Meister und Tertön.

Gelübde und Ermächtigungen       

Lochen Dharmashri erhielt die Zufluchts-  und Bodhisattva-Gelübde  von Terdag Lingpa, seinem hauptsächlichen Lehrer. Im Alter von zwölf Jahren empfing er von ihm die Rigdzin Thugthig Einweihung  (Herz-Essenz der Vidyadharas). Diese Einweihung reifte in seinem Geist in der Weise, dass die Pratimoksha- und Bodhicitta-Gelübde, die er später erhielt, sich als die Essenz der Disziplin des Geheimen Mantra erhoben.    

Als Dharmashri fünfzehn Jahre alt war, erhielt er vom Fünften Dalai Lama die monastischen Gelübde eines  Novizen.  Fünf  Jahre  später  erteilte  ihm  der  Dalai  Lama  dann  die volle Ordination. Lochen Dharmashri folgte seinen Instruktionen und hielt später die reine Linie des  gewöhnlichen Tibetischen Vinaya der Nyingma-Schule. Dieses war die Vinaya Linie, die von Kham, ausging und die Verfolgung durch den König Langdharma überlebt hatte. Dharmashri wurde ein bedeutender  Halter  dieser Tradition, gab weitreichende  Erläuterungen  zu  dieser Tradition  und ermutigte zu ihrer Praxis. Beide, er und sein älterer Bruder Terdag Lingpa, suchten die großen Doktrin-Halter ihrer Zeit auf und erhielten unbeschreiblich viele Übertragungen  bezüglich ebenso vieler Themen.

Ein großer Gelehrter     

Besonders war Lochen Dharmashri in seiner Zeit  als großer Gelehrter bekannt. Die Tiefe und  Breite seines Wissens waren wahrlich sehr beeindruckend. Er beherrschte vollkommen die Gesänge und Tänze der Nyingma Linie, war ein Meister der Zeremonien und Rituale, der Indischen und Chinesischen Astrologie, des Vinaya, des Abhidharma, der Prajnaparamita sowie der vollständigen Sammlung der Nyingma Tantras.  Außerdem war er eine Autorität auf allen Gebieten des sprachlichen Geschicks, einschließlich der Grammatik, der Prosa und der Poesie. 

Seine Schriften und Kommentare     

Lochen Dharmashri verfasste eine der bekanntesten Abhandlungen der Nyingma Schule, den Lochen Kabum. Diese  Sammlung seiner  Werke umfasst 24 Bände und beginnt mit vorher noch nie dagewesenen Erklärungen zu der beabsichtigten Bedeutung des Sutra, das alle Absichten in sich vereint (Düpa Do) und mit Erläuterungen zu dem Magischen Netz (Gyutrul Drawa) in der Form von weitreichenden kommentierenden Darlegungen. Seine beiden Kommentare zu dem Guhyagarbha Tantra – Sangdag Gongyen und Sangdag Shelung – werden wegen ihrer Klarheit und Bedeutsamkeit sehr geschätzt.

Seine Lehr-Aktivitäten

Seine Aktivitäten als Lehrer waren ebenso unermesslich. Es heißt, das Lochen Dharmashri alle Wissensgebiete, Einweihungen und mündliche Instruktionen, die er selber studiert hatte, nicht weniger als drei oder vier Mal lehrte.Er verlieh annähernd fünfhundert Mönchen die volle Ordination und während der Zeit von seinem 48. bis hin zu seinem 64. Lebensjahr lehrte er etwa 60 Schülern ununterbrochen das Guhyagarbha Tantra.

Das Lebensende von Lochen Dharmashri

Im Jahr 1717 vielen die Dzungar Mongolen in Tibet ein und begannen Klöster zu zerstören. Das Mindrolling Kloster befand sich in Zentral Tibet und war so für diese wie  auch für andere Invasionen ein leicht erreichbares Ziel. Lochen Dharmashri war einer der vielen, die an jenem Tag getötet wurden.





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